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Africa Twin on Tour
 
NEWS
Feb 2004:
Neue Berichte "Ushuaia- Bariloche" "Der lange Weg nach Hause" "Das Ende" eingefügt.
(mit Fotos)

In Mittelamerika
In Ecuador
In Peru
Ecuador ist ein schönes Land, jedoch konnten uns die Behörden nicht so richtig leiden. Und es kam eine lange Zeit des Wartens. Wir verbrachten noch Silvester mit guten Freunden in Quito und besichtigten dann das Bergland auf unserer Tour Richtung Peru.
Kampf mit dem Zoll top
Nach 4 ½ Stunden Flug, eine Stunde Verspätung, hatten wir endlich Quito erreicht. Südamerika lag vor uns, und das Motorrad sollte einen Tag später wieder bei uns sein. Quartier bezogen wir in einem netten und gemütlichen Hostal in der Neustadt. Um ein 1 Uhr Nachts lagen wir endlich in unseren Betten und freuten uns auf Morgen.
Den nächsten Tag fuhren wir voller Tatendrang mit dem Bus zum Flughafen und nach etwas Suchen fanden wir die Aduana. Gleich am ersten Schalter kam eine Frage die wir gar nicht erwartet hatten. "Haben Sie ein Carnet de Passage ?" Wir wussten zwar grob, was das ist. Laut unseren Informationen waren wir aber bissher der Meinung, dass wir dies nirgends in Südamerika brauchen. Also gingen wir zum naechsten Schalter, nachdem wir erfahren hatten, dass unser Bike in Quito ist. Nächster Schalter, selbe Frage! Die Sekretärin wollte uns zwar helfen, aber der Chef entschied, ohne "Carnet" geht es nicht. Was nun? Nun folgte eine Zeit des Wartens, Hoffens und Fluchens. Als erstes versuchten wir ein "Carnet" in Quito zubekommen, keine Chance.
Und nun war Wochenende. Also versuchten wir uns, mit etwas Stadtbummel abzulenken. Dies gelang uns mehr oder weniger. Am Sontag bekamen wir interresante Gesprächspartner und Leidensgenossen. Richard und Christine aus England, unterwegs mit einer BMW (27 Jahre alt). Sie hatten zwar ein "Carnet", aber ihr Motorrad sollte sich 5 Tage verspäten.
Am Montag gingen wir zur Botschaft. Vielleicht kann man uns ja dort helfen, dachten wir. Nach kurzem Gespräch wollte die Konsulin uns einen Brief schreiben. Den Brief konnten wir aber erst am Mittwoch bekommen, da er noch übersetzt werden musste. Also hoffen bis Mittwoch. Am Mittwoch ging es wieder zur Aduana, mit dem Brief von der Botschaft und einem Agenten für die Aduana. Ja, aber auch so hatten wir keinen Erflog. Jedoch erreichten wir, dass wir wenigstens unsere Klamotten aus dem Zollbereich holen konnten.
Zurück im Hostal schrieben wir gleich eine e-mail an den ADAC und beantragten ein Carnet.. Der ADAC antwortete prompt und regelte alles Vertragliche mit meinen Eltern. Super toll und super schnell!!! In den der folgenden Woche, Montag 16.30 Uhr, verliess das Carnet München mit DHL und sollte zwei bis drei Tage später in Quito sein. Super dachten wir.
Die lange Zeit des Wartens top
Um die Woche Warten zu überbrücken, gönnten wir uns nun doch einen Spanischkurs. Dieser war echt super, und kurzzeitig konnte ich recht gut spanisch. Mehr als nur die Standartsätze. Von der Sprachschule aus gab es verschiedene Aktivitäten. Eine forderte unseren ganzen Mut, denn es ging zum Merrschweinchenessen. Ja, ja richtig gelesen. Der Anblick war schon etwas erschreckend. Das Meerschweinchen lag da wie ein Spanferkel, nur viel kleiner. Schmecken tut es etwa wie Kaninchen, aber etwas zäher. Die meisten Abende verbrachten wir auf der Tourimeile Quitos.
Dort lernten wir auch Matt und Ed aus Colorado kennen. Sie fahren beide Honda XR und wollen auch nach Ushuaia. Sie hatten die gleichen Probleme wie wir und ein grosses mehr. Ihre Bikes sollten Anfang Dezember von San Jose aus in Quito sein, aber sie sollten erst am selben Tag wie wir ihre Moppeds bekommen. Und dies sogar ohne "Carnet"! Sie hatten das Glück, Ricardo, einen Moppedfahrer aus Quito, getroffen zu haben. Er verschaffte ihnen einen Brief vom Tourismusministerium, und dieser brachte den gewünschten Erfolg. Wir hatten Ricardo leider einen Tag zu spät getroffen, und so war unser "Carnet" schon bestellt.
Wir alle zusammen verbrachten ein paar schöne Abende in Quito zusammen. Ja, und auch Gary gesellte sich fuer zwei Abende dazu. Er war durch Kolumbien nach Ecuador gereist, ganz ohne Probleme und ohne Frage nach einem "Carnet". Nach einer Woche Spanischunterricht sollte unser "Carnet" eigentlich da sein, aber wie fast zu erwarten (fast jeder konnte uns Geschichten über DHL erzählen), kam es nicht. So machten wir uns auf, bei DHL näheres zu erfahren, da wir leider keine Versandnummer hatten und so den Sendeverlauf im Internet nicht verfolgen konnten. In der DHL-Stelle bekamen wir einige Infos. Die erste war, sie wussten wo unsere Sendung ist. Die zweite hiess, sie ist in Amsterdam. Und die dritte war die Versandnummer. Von nun an schauten wir stündlich im Internet, ob sich am Sendestatus etwas geändert hat. Aber wir sahen immer nur die selbe Info: " Sendung im Transit durch Amsterdam". Wir hatten keine Ahnung was das bedeuten soll. Interresant war auch, dass unsere Sendung 4 TAGE von Münschen nach Amsterdam gebraucht hatte, in dieser Zeit sollte sie schon in Quito sein. Selbst die Post schafft das heute schneller und dafür bezahlt man für 25 Blätter über 100,-DM - Sauerrei!!!
Nun war wieder Wochenende und dazu noch Weihnachten. Also passiete in Quito gar nichts mehr und bei DHL wahrscheinlich weltweit auch nicht. Nun überlegten wir, was wir am Heiligabend so machen könnten. Wir entschieden uns, ein bisschen selbst zu kochen und die mehr als 70 Fernsehkanäle zu testen. Die meisten Sender brachten Filme auf englisch mit spanischen Untertitel. So konnten wir gleich unsere Spanischkenntnisse erweitern. Ich sah an diesem Wochenende 3 oder 4 mal "Jesus" und einige Aktionfilme. Zu unserem Glück gab es in Ecuador keinen zweiten Weihnachtsfeiertag und so änderte sich am 26.12. um 10.00 Uhr die Anzeige im Internet. "26.12. 8.00Uhr - Sendung in Auslieferung". Super dachten wir, dann könnte unsere Twin noch ein Weihnachtsgeschenk werden. Um 12.30Uhr hatte es DHL endlich geschafft unser Päckchen auszuliefern; auf einer betagten 125ccm. Vielleicht brauchten sie deshalb so lange.
Nun ging es wieder zum Flughafen, besser gesagt zum Agenten. Diesen hatten wir früh angerufen,dass wir Nachmittag kommen würden. Beim Agenten war nur die Sekretärin und offerierte uns, ihr Chef wäre in einer Versammlung und käme in 15 Minuten zurück. Wir warteten über eine Stunde und die Zeit rannte uns davon. So liesen wir uns genervt unsere Papiere geben und versuchten unser Glïck wieder alleine. Aber schon am ersten Schalter scheiterten wir. Ja, es war mehr als verrückt. Nun hatten wir endlich dieses blöde "Carnet" und keiner wusste, damit etwas anzufangen. Zum Glück kam unser Agent doch noch und versuchte zu klären, was zu klären war. Aber auch er war an diesem Nachmittag einige male der Verzweiflung nahe. Vielleicht hatten ja die Angestellten der Aduana zu viel Weihnachten gefeiert und bräuchten eigentlich etwas Urlaub. Irgendwann war es dann endlich so weit und ich erhielt den letzten Stempel auf dem Carnet (jeder war der Meinung einen Stempel im Carnet loswerden zu müssen, und ich konnte nicht jeden verhindern, aber keiner war völlig deplaziert). Ich bezahlte die Gebühren von 40,-US$ und stand kurz davor, meine Twin aus ihrem Gefängnis befreien zu können.
Auch Matt und Ed standen vor dem selben freudigen Ereigniss. Matt wurde allerdings sehr blass, als er sein Motorrad sah, da es liegend zwischen zwei Paletten transportiert wurde und eher wie eine Schrottlieferung aussah. Unsere Kleine war im besten Zustand, das wusste ich ja schon vom Sachen holen, und verliess nach 19 Tagen gegen 17.00Uhr den Zollbereich Quitos. Schnell noch den Agenten bezahlt und dann ins Hostal getuckert. Was für eine Wohltat! Das erste Tanken wurde auch zum Hochgenuss - 12 Gallonen = 12US$. Jedoch ab Januar wurde es etwas teurer, aber für unsereins immer noch billig.
Ein ruhiger Rutsch ins neue Jahr top
Im Hostal angekommen wurde unsere Kleine erstmal von uns begutachtet und gebusselt. Ja es konnte wirklich weitergehen. Aber erst mal wollten wir Silvester mit Deddi und Peter verbringen, die den nächsten Tag aus Ilmenau zum Bergsteigen kommen sollten. Wir holten unsere beiden Kletterfreunde vom Flughafen ab und geleiteten sie zu unserem Hostal. Sie waren schwer bepackt. Jedoch hatten sie nicht nur Bergsteigerklamotten mit, sondern auch kiloweise Geschenke. Unsere Eltern und Freunde wollten uns halt aus der Ferne was gutes tun. Wir waren begeistert und freuten uns wie verrückt. Nun gab es erst mal viel zu erzählen. Wir über uns und die beiden, was in Ilmenau so los ist.
Einen Tag später folgte die obligatorische Fahrt zum Äquator, natürlich nicht ohne Fotos von uns und der Twin mit dem Denkmal im Hintergrund. Auf der Fahrt dorthin gab es eine andere freudige Übertaschung. So lange du mit deinem Mopped an der Maut-Schranke vorbeipasst, brauchst du nicht zu zahlen.. Einfach genial! Wir gönnten uns noch eine weitere Ausfahrt in den Norden, und Deddi und Peter bestiegen den Hausberg Quitos (4700m). Equador Quito und Äquator
Nun war Silvester, und wir waren bereit für die Party. Erstmal ging es auf die Tourimeile, um den Magen etwas zu tun zu geben. Dort trafen wir auch Dag und Bente wieder, welche per e-mail mit uns Kontakt aufgenommen hatten. Das Internet ist wirklich ein Segen. Während Tini mit den beiden Kletterfreunden die Strasse unsicher machte, tauschte ich die neusten Erlebnisse mit Dag und Benthe aus, und auch Jens gesellte sich zu uns. Er fährt auch "Africa Twin" und wir hatten ihn vor einer Woche hier kennengelernt. Er war zur Zeit mit seiner Freundin unterwegs, welche in Ecuador ihren Urlaub verbrachte. Jens ist wie wir dabei, die PanAm abzufahren.
Die beiden Norweger sahen etwas lediert aus, und wie wir erfuhren, hatten sie kurz vor Quito einen Unfall. Dag war nicht ganz bei der Sache und übersah die diagonal kreuzende Eisenbahnlinie. Sein Vorderrad wollte unbedingt der Schiene folgen, und es geschah, was geschehen musste - ein Überschlag mit etwa Tempo 60 km/h. Zum Glueck waren beide und das Bike mehr oder weniger wohl auf.
Gegen 23.00 Uhr trennten wir uns, um ins neue Jahr zu rutschen. Nun wollte auch ich ins Partygetümmel. Als wenn wir verabredet währen, traf ich Tini, Deddi und Peter wieder. Allerdings sah ich nicht mehr viel vom Trubel, da plötzlich gegen 23.30Uhr alle nach Hause gingen, und kurz vor 24.00Uhr waren die Strassen wie ausgestorben. Das hatten wir nun nicht erwartet, aber den eigentlichen Jahreswechsel feiern die Ecuadorianer in Familie. So gingen auch wir wieder langsam zum Hostal und wollten auf dem Weg wenigstens noch ein bisschen Feuerwerk geniesen. Jedoch in jedem Dorf in Deutschland wird mehr geballert, als in Quito. Hier ist es Tradition, Strohpuppen, die meist Politiker darstellen, zu verbrennen. So rutschten wir sehr ruhig ins neue Jahr, und noch viele Tage unserer Reise liegen vor uns.
Durchs Bergland nach Peru top
Den nächsten Tag trafen wir uns nochmal mit Jens, Dag und Bente und tauschten Reisepläne aus und verabredeten uns für Ushuiaia, um dort eine Party zu feiern. Nun hiess es also nach etwa 4 Wochen Quito, das Moppedchen voll zu bepacken und endlich weiter zureisen. Am 2. Januar verliessen wir unser Zuhause. Am Ende des Grossraumes Quito, in Machachi, wurde uns das Weiterfahren nicht einfach gemacht. Eine riesige Menge junger Menschen blockierte die PanAm und bewegte sich in Richtung Hauptstadt. Am Strassenrand brannten sogar die ersten Reifen. Was machen? Die meisten einheimischen Autofahrer wendeten und versuchten, irgendwelche Schleichwege zu nutzen. Nur einer wagte sich durch die Menge hindurchzufahren und hatte keine sichtbaren Probleme. So beschlossen wir auch, tapfer weiterzufahren. Die erste Reihe machte bereitwillig Platz und gab Anordnung, uns eine Gasse zu machen. Wir passierten den Demonstrationszug ohne Zwischenfälle und atmeten erleichtert durch.
An diesem Tag fuhren wir noch bis Guaranda, vorbei am Chimborazo, den höchsten Berg Ecuadors. Auf dieser Strecke fuhren wir auch das erste Mal über 4000m, und die Kleine lief ohne Probleme. Den nächsten Tag wollten wir von Guaranda nach Riobamba fahren, aber wir fanden die Piste nicht, und das Suchen wurde uns von weiteren Schüler- und Studentenprotetsten erschwert, welche im ganzen Land stattfanden. Ortskundig wie wir waren, mussten wir mitten durch den Demonstrationsbereich oder besser gesagt durch den Kampfschauplatz fahren. Wir wurden zwar noch freundlicherweise von Schülern darauf hingewiesen, dass Tränengas verschossen wird, aber genau wo, wussten wir nicht. Quito gen Süden
Wir fanden den Ort aber schneller als gewollt. In etwa 200m sahen wir Polizei in voller Kampfausrüstung, und direkt bei uns waren steinewerfend Jugendliche. Ich gab einfach Gas, machte schnell noch mein Visir zu und versuchte, die nächsten 200m nicht zu atmen. Wir schossen an der staunenden Polizei vorbei, aber unsere Augen tränten, und der ekelhafte Gestank war unter den Helm gezogen und sollte erst eine viertel Stunde später wieder verschwinden. Für alle die mal Wissen müssen was Tränengas auf spanisch / englisch heisst ...
esp: Tränengas [n] gas lacrimógeno [m]
eng: Tränengas [n] tear-gas [noun]

(hätte man ja fast selber drauf kommen können ...)
Wir wussten von Dag, dass es am Chimborazo entlang eine Piste geben soll und fuhren diese Strecke, wobei wir von einer nagelneuen Teerstrasse nach etwa 10km Schotter überrascht wurden. An diesem Morgen war der gigantische Berg fast ohne Wolken, und unser zweiter Besuch hatte sich wirklich gelohnt.
Die nächsten Tag fuhren wir über Cuenca und Loja nach Macara, wo wir nach Peru einreisen wollten. Die Strasse zwischen Cuenca und Loja war jedoch furchtbar schlecht und bei weitem nicht durchgängig asphaltiert, so wie es in unserem Handbuch stand. Von den Anden Ecuadors konnten wir leider auch nur wenig sehen, da wir die meiste Zeit durch Nebel und Nieselregen fuhren.
In Macara war es jedoch trocken und deutlich wärmer. Schliesslich waren wir fast wieder auf Meereshöhe und in den südlichen Tropen.
Weiter gen Süden
Die Ausreise verlief völlig problemlos, und die Zollbeamten wussten besser bescheid, wie man ein Carnet ausfüllt, als ihre Kollegen in Quito. Nach etwa 5 Wochen verliessen wir Ecuador mit ein paar Spanischkenntnissen mehr und der Erfahrung, dass es dämliche Beamte überall auf der Welt gibt.
Adios Ecuador!!!
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