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Africa Twin on Tour
 
NEWS
Feb 2004:
Neue Berichte "Ushuaia- Bariloche" "Der lange Weg nach Hause" "Das Ende" eingefügt.
(mit Fotos)

In Mexiko - Der Süden
In Mittelamerika
In Ecuador
Nachdem wir Mexiko nun also verlassen hatten, ging unsere Reise durch Mittelamerika. Dieser Reiseabschnitt war sehr interessant und erlebnisreich. Wir hatten viele Grenzen zu überqueren und sahen viele Gegensätze. Unsere Route führte uns durch Belize, Guatemala, Honduras, Nicaragua, Costa Rica und Panama.
Belize top
Der erste Grenzübertritt in Zentralamerika verlief im grossen und ganzen problemlos. Das Land hatte für mich ja auch den Vorteil, dass ich englisch sprechen konnte. Wir hatten nur ein einzig richtiges Problem. In Belize (früher British-Honduras) ist man per Gesetz verpflichtet, eine Haftpflichtversicherung zu haben. Dies ist eigentlich voll OK. Leider hat die Versicherungsgesellschaft beschlossen, Motorradfahrer zu ärgern. Bis vor etwa ein Jahr konnte man diese Versicherung Tage-, Wochen- oder Monatsweise abschliessen. Für Autofahrer gilt dies noch heute, nur nicht für Moppedfahrer. Wir mussten eine Versicherung für 3 Monate abschliessen und das, obwohl wir max. nur eine Woche in Belize bleiben wollten. Mit der Hilfe des Versicherungsagenten bekamen wir wenigstens die Hälfte davon bei der Ausreise zurück, aber wir waren schon ein bisschen sauer. In Belize selber konnten wir allerdings nicht viel unternehmen, da hier der Hurrikan noch mehr Überschwemmungen als in Mexiko zurückgelassen hatte. So durchquerten wir Belize in 3 Tagen und nutzten es als reines Transitland. Was wir aber von der Strasse aus gesehen hatten, hat uns schon gefallen. Und man kann hier bestimmt einen schönen Urlaub verbringen. Allerdings hatten wir noch ein zweites Problem. Wir brauchten Geld. Wir mussten jedoch feststellen, dass Geldautomaten, die internationale Kreditkarten akzeptieren, nur in Belize City zu finden waren. Ja, und da wollten wir gar nicht hin. So mussten wir Geld direkt bei einer Bank abheben, und die Gebühren hat sicher nur die Bank gefreut. Man kann in diesem Land, welches nicht grösser als Hessen ist, aber auch lustige Sachen sehen. So fuhren wir nach Belmopan - das Hauptdorf von Belize. Hauptstadt wäre übertrieben, da dort gerade 7000 Menschen leben, und das Zentrum doch eher mit einem Dorfmarktplatz zu vergleichen ist. So ist das eben, wenn man der grössten Stadt den Titel "Hauptstadt" wegnimmt und eine Siedlung künstlich zur Hauptstadt aufwerten will. Die Menschen waren alle sehr freundlich zu uns, und wir fühlten uns wohl in diesem kleinen Land, welches als Übergang von Nord- nach Mittelamerika zu verstehen ist. Bei der Ausreise wurde uns noch mal tief ins Portemonnaie gegriffen, aber auch daran mussten wir uns in Mittelamerika gewöhnen.
Guatemala top
Nachdem wir die Formalitäten zügig hinter uns gebracht hatten, und ein Aufkleber (Permiso) die Scheibe unserer Twin zierte, konnten wir nach Guatemala hinein tuckern. Wir gönnten uns erst mal eine Pause, bevor wir in die Nähe von Tikal fahren wollten. Wir wussten, dass die ersten 20km eine sehr schlechte Schotterpiste sein sollten. Während wir da so sassen, hörten wir ein Motorrad, und es klang nach mehr als den hier üblichen 125 oder 250ccm. Und schon sahen wir das Mopped. Es war eine Transalp mit argentinischem Kennzeichen. Sein Fahrer hatte unsere Kleine auch schon von weiten gesehen und stoppte bei uns. Der Fahrer war Javier aus Buenos Aires, welcher auf dem Weg gen Norden war. Im Frühjahr 2001 will er dann nach Europa. Mein Blick schweifte über sein Motorrad und blieb beim Hinterrad hängen. Leider musste ich ihn darauf hinweisen, dass er einen Platten hatte. Wie er uns sagte, sein erster auf der Reise. Er pumpte seinen Hinterreifen mit einem Wunderschaum auf und ist dann so bis zur nächsten Llanteria weitergefahren. Jedoch bevor er weiterfuhr, tauschten wir noch die obligatorischen e-mail-Adressen aus, und er gab uns eine Adresse in Buenos Aires von einen Motorradclub, wo wir eventuell nächtigen können Auch wir machten uns auf, an unser Tagesziel zu kommen. Die ersten 20km waren wirklich schlecht, aber danach wurde die Strasse zur Rennpiste. Nach Hurrican Mitch hatte Guatemala beschlossen, viele Strassen neu zu bauen oder zu reparieren. So auch im Peten, der eigentlich fast unzugänglichen Dschungelprovinz. Und sie taten dies in einer beindruckenden Art und Weise. So konnten wir recht bald unser Zelt an einen herrlichem See aufbauen. Am nächsten Tag stand unsere letzte geplante Mayastadt auf dem Programm. Tikal - diese Stadt war einst eines der bedeutendsten Mayazentren. Die Ruinen liegen tief versteckt im Dschungel, und bis heute sind wahrscheinlich nur die wichtigsten Bauwerke freigelegt. Aber diese zählen zu den bekanntesten. Hier steht auch die meist fotografierte Mayapyramide der Welt. Die Bauwerke haben uns durch ihre Bauweise und Grösse fasziniert. Ein Rundgang durch Tikal schliesst auch gleich einen kleinen Dschungelspaziergang mit ein. Nach einer kurzen Besichtigung von Flores, der Hauptstadt der Provinz Peten, ging es durch den Dschungel Richtung Atlantik-Highway und weiter Richtung Guatemala City. Auf dem Weg sind wir eine Nacht auf der Finca Ixobel geblieben. Ein herrlicher Ort, um ein oder zwei Nächte abzuspannen. Die Finca verwöhnt einen mit köstlichem Essen und einem tollen Service. Als wir von der Finca weggefahren sind, sahen wir eine BMW mit zwei Personen, und wir sollten sie noch zwei mal wiedertreffen. Das erste Treffen fand nach ca. 150 km statt. Wir machten wieder einmal eine Rast, und da war sie wieder. Wie sich herausstellte, war der Fahrer Reiner und die Sozia seine Freundin. Reiner lebt seit etwa 9 Monaten in Honduras und hatte einen Kurzausflug nach Tikal gemacht. Er war mal auf der selben Reise wie wir und ist in Gracias / Honduras hängen geblieben. Er hat uns spontan eingeladen, ihn zu besuchen, wenn wir durch Honduras fahren. Und dies sollten wir auch noch tun. Guatemala - Stadt begrüsste uns mit einem riesigen Stau. Auch hier war man fleissig am Strassen bauen. Eigentlich wollten wir zum Hondahändler fahren, um ein paar Ersatzteile zu besorgen. Dank der guten Ausschilderung waren wir allerdings an der Abzweigung vorbeigefahren und auf der anderen Seite der Stadt. So beschlossen wir, erst mal weiter zum Lago Atitlan zu fahren und auf dem Rückweg unser Glück noch mal zu versuchen. Schliesslich mussten wir auf dem Weg nach Honduras hier noch mal durch. Auf dem Weg zum Lago kamen plötzlich zwei schwer bepackte Reiseenduros an uns vorbei. Wir sahen sie allerdings zu spät, da wir wieder hinter einem Bus mit dessen Russwolken kämpften. Am Lago Atitlan fuhren wir zum Örtchen San Perdo Laguna. Zu diesem Dorf ging es früher nur per Boot, aber heute gibt es eine kleine aber sehr gute Strasse. Am See erholten wir uns zwei Tage, was bei den herrlich niedrigen Preisen kein Problem war. Der See selber ist sehr schön und ist von hohen Bergen und Vulkanen eingerahmt. Wir hoffen, dass sich nicht so viele Touris nach San Pedro verlaufen werden, wie nach Panajachel. Der Hauptort am See ist doch sehr von Touris überlaufen und hat schon seine ersten Bausünden aufzuweisen. Wir verliessen den See, um uns Antigua, die ehemalige Hauptstadt, anzusehen. Auf dem Weg dorthin, wir tranken gerade einen Kaffee, hielten zwei Reiseenduros vor dem Restaurant. Es waren die selben, die wir auf dem Weg zum Lago Atitlan schon gesehen hatten. Auch sie hatten uns gleich wiedererkannt. So lernten wir Gerald aus Österreich, sowie Benthe und Dag aus Norwegen kennen. Wir fuhren dann zusammen nach Antigua und versuchten, im selben Hotel wie die drei unterzukommen. Leider war schon alles ausgebucht. So machten wir uns auf Hotelsuche und fanden ein schönes und günstiges. Abends trafen wir uns dann alle in einer netten Kneipe und tauschten Reiseerlebnisse und Erfahrungen aus. Gerald ist mit einer BMW unterwegs, und die beiden Norweger auf einer Triumph Tiger. Die 3 waren fast gleichzeitig in New York lossgefahren und hatten sich zufällig in San Cristobal (Mexiko) getroffen. So fuhren sie zusammen bis Antigua. Hier trennten sich die Wege wieder, und alle fuhren alleine weiter Richtung Feuerland. Wir hoffen, dass wir uns irgendwo auf der Reise gen Süden wiedertreffen werden. Von Antigua aus fuhren wir noch mal ohne Gepäck nach Guatemala City und fanden diesmal den Hondahändler auf Anhieb. Unsere Freude war riesig, als wir eine Twin im Schaufenster sahen. Aber es folgte Ernüchterung, als wir die Preise für die Ersatzteile erfuhren. Sie kosteten mindestens das Doppelte als in Deutschland. So gönnten wir uns nur ein Kettenblatt und ein Kettenritzel. Nach einer neuen Kette wollten wir später wo anders noch mal schauen. Nach all diesen Erledigungen verliessen wir Antigua und fuhren zur honduranischen Grenze. Wir nutzten so weit es ging Nebenstrassen. Diese waren durch das Strassenbauprogramm in phantastischem Zustand, und so erreichten wir zwei Tage später Honduras, aber nicht ohne die üblichen Ausreisegebühren zu entrichten. Guatemala hat uns sehr gefallen und hat eine Menge zu bieten.
Honduras top
Auch hier hatten wir einen problemlosen Grenzübertritt, allerdings auch unseren teuersten. Für unsere Twin mussten wir rund 30US$ bezahlen. Nach dem letzten Check der Papiere durften wir nach Honduras hineinfahren. Unser Weg führte uns direkt nach Gracias, um die Einladung von Reiner in die Tat umzusetzen. Die Fahrt dorthin verlief problemlos. Wir stellten jedoch schnell fest, dass die Autofahrer hier völlig chaotisch fuhren. Überholt wurde immer und überall, egal ob Kurven oder gar Gegenverkehr kamen. In Gracias brauchten wir gar nicht lange zu suchen, wo Reiner wohnt, denn er kam uns zufällig am Ortseingang entgegengefahren. Gracias ist die Hauptstadt der Provinz Lempira. Jedoch ist es eher eine verschlafene Kleinstadt. Nach Gracias führt nur eine Asphaltstrasse, alle anderen sind Schotterpisten. Reiner wohnt in einer Wohnung auf dem Grundstück eines deutschen Freundes. Diesen lernten wir jedoch nicht kennen, da er gerade in "good old Germany" weilte. Das Stückchen Land hatte von seinem Besitzer den Namen "Finca Bavaria" bekommen. Wir als Thüringer schlugen unser Zelt jedoch sehr gerne in "Bayern" auf, schliesslich war es völlig umsonst, und die Bewohner (nicht nur Reiner) waren eine nette Truppe. Es gab viel zu erzählen und die Abende wurden mit Spielen verbracht. Auch hier konnten wir wieder einen Geburtstag mitfeiern, diesmal jedoch einen europäischen. Das Geburtstagskind war Christoph aus Frankreich, welcher mit seiner deutschen Freundin in Gracias lebt. Sie ist in der Entwicklungshilfe tätig. Die Party war sehr lustig, jedoch wurde sie durch unangenehme Zwischenfälle getrübt. Ja, auch in Honduras sind Ausländer nicht unbedingt immer willkommen, allerdings kaufen diese auch viele Ländereien und Häuser auf und die meist armen Honduraner können nur zuschauen. Wir konnten den Unmut der Honduraner verstehen, hoffen jedoch, dass dies Ausnahmefälle bleiben. Einen Tag machten wir uns zusammen mit Reiner auf, die Umgebung mit den Motorrädern zu erkunden. Diese Tour war die härteste, die wir bis dahin gefahren sind. Die Schotterpiste führte uns in eine entlegene Gegend zwischen Gracias und der Grenze zu El Salvador. Schotterpiste ist für diesen Weg jedoch noch eine freundliche Umschreibung. Leichte Vollkrossmotorräder wären hier angebrachter gewesen als eine Twin und eine BMW. Die Piste war übersät mit Felsbrocken, tiefen Querrillen und losem Sand. So lag die Twin leider auch zwei mal auf der Seite, aber ich hatte mir Mühe gegeben, sie sehr sachte abzulegen. Auf der Hälfte der Strecke hatten wir dann doch ein Problem mit unserer Kleinen. Das ständige extreme Geholpere hatte die Benzinpumpe undicht werden lassen. So lief genauso viel Sprit aus der Pumpe, wie sie zu den Vergasern pumpte. Die Konstruktion der Pumpe ist einer Enduro völlig unwürdig, und so war es nur eine Frage der Zeit, bis dies geschehen musste. Mit einer Schraubzwinge und benzinresistentem Kleber konnten wir jedoch alles wieder in Ordnung bringen. Reiner s BMW musste die Ausfahrt mit einer kaputten Benzinwanne bezahlen. Dies war ein deutlich grösseres Problem. Jedoch sollte er jetzt eine neue aus Deutschland bekommen haben. Trotz der Unannehmlichkeiten war es eine tolle Ausfahrt, und ich habe gelernt, was man mit einer Twin alles machen kann. Schon beeindruckend für ihre Grösse. Nachdem unser Mopped wieder fit war, verliessen wir nach etwa einer Woche Gracias und fuhren auf direktem Weg nach Nicaragua. Wir fuhren noch mal eine längere Schotterpiste, aber diesmal ohne Probleme und durchquerten die Hauptstadt. Nach 3 Tagen hatten wir die Grenze erreicht und wollten nun schauen, was aus unseren Spenden für Nicaragua geworden ist.
Nicaragua top
Nicaragua war das einzige Land, über das wir schon etwas bescheid wussten. Schliesslich haben wir darüber genug in der Schule erfahren. Und in unseren alten Pionier- und FDJ-Zeiten hatten wir ja auch fleissig gespendet. Unser erster Eindruck war jedoch von den Auswirkungen des Hurrican "Mitch" geprägt. Gerade an den Strassen waren die diese noch stark zu spüren. Jedoch ist man überall bemüht, wieder Ordnung zu schaffen. Die Freundlichkeit der Menschen hat uns sofort gefallen. Sie waren schon ein bisschen anders als die Honduraner. Unser Weg führte uns direkt nach Granada, eine der ältesten und bedeutendsten Städte Nicaraguas. Auf dem Weg dorthin, wir waren durch ein Überholmanöver gerade wieder einer riesige Russwolke entkommen, stoppten uns zwei Polizisten. Sie sagten uns, wir hätten bei einer durchgezogenen Linie überholt. Mag ja sein, dass es eine solche gab. Die Strassenmaskierungen waren jedoch höchstselten zu sehen. Entweder war der letzte Pinselstrich mindestens 10 Jahre her oder die Linien waren auf Grund tausender Flickstellen unsichtbar. Wir versuchten dies nun zu erklären, auch weil wir uns sicher waren, dass sie den Überholvorgang gar nicht gesehen hatten. Denn zwischen uns und der Polizei war ein kleiner Hügel zu diesem Zeitpunkt. Nach 10 Minuten Erklärungen (mein spanisch war plötzlich 100% besser, als sonst) und mehreren Überholvorgängen direkt neben uns, fragte ich, ob hier nur Touris angehalten werden. Plötzlich bekam ich die Papiere zurück und uns wurde eine schöne Reise gewünscht. Schwein gehabt. Die war nicht unser Tag! 30km später war ein Autofahrer zu sehr mit seiner Beifahrerin beschäftigt und sah nicht, dass wir an der Kreuzung warten mussten. Mit zum Glück kleiner Geschwindigkeit fuhr er auf uns auf. Da aber an unserem Mopped alles in Ordnung war, fuhren wir nach ein paar Minuten weiter und erreichten kurz darauf Granada. Die Stadt selbst hat eine sehr schöne Altstadt und liegt direkt am Lago Nicaragua. Wir fanden in einem Tourihostal für die nächsten zwei Nächte eine Bleibe. Die Twin musste ich über zwei mehr oder weniger grosse Stufen wuchten, damit sie sicher im Innenhof stehen konnte. Aber langsam gewöhne ich mich an solche Kraftakte. Nach diesem Balanceakt wollten wir uns die Stadt ansehen. So besichtigten wir die Innenstadt und das Seeufer und nutzten die langersehnte Möglichkeit e-mails zu schreiben. Nun wollten wir eigentlich auf die Insel Ometepe reisen. Dies ist die grösste Süsswasserinsel der Welt und liegt im Lago Nicaragua. Leider war das Wetter nicht besonders einladend, und wir hatten Angst, auf der Insel nichts unternehmen zu können. So fuhren wir nach San Juan del Sur an die Pazifikküste. Dieser Ort ist ein verträumtes Dörfchen, welches um die Weihnachtszeit von Nicas (dies ist hier kein Schimpfwort) und Touris überlaufen ist. In direkter Nähe gibt es herrliche Strände und einsame Buchten. Wir entschieden uns, hier ein wenig auszuruhen. Dem schönen Nichtstun widmeten wir uns eine Woche. Gleich am zweiten Tag lernten wir Manfred aus Thüringen kennen, welcher nach Nicaragua ziehen möchte. Zusammen verbrachten wir ein paar gesellige Abende. Nach so viel Erholung lockte uns jedoch wieder die Strasse, und wir fuhren weiter nach Costa Rica. Die Grenze hielt eine grosse Überraschung für uns bereit. Wir hatten fast allen Papierkram erledigt, es fehlte nur noch ein Stempel, da sagte man uns, wir müssten etwas warten. Warum? Nun teilte man uns mit, dass in Costa Rica seit einer Woche die LKW-Fahrer an der Grenze streiken. Sie hatten mit zwei LKW s den Übergang blockiert. Deshalb warteten so viele Truck s vor der Grenze. Was nun? Zurück konnten wir nicht mehr, da wir laut Pass schon ausgereist waren. Also hiess es warten. Nach einer Stunde Nichtstun kam plötzlich Hektik unter den anderen Touris mit Fahrzeug auf. Unser Guide schnappte meine Papiere und rannte zum Schalter, wo es den letzten Stempel gab. Er sagte mir, dass die Streikenden für kurze Zeit die Grenze öffnen. Jetzt hiess es, nichts wie los, und wir erreichten Costa Rica. Nicaragua ist schon ein sehr interrasantes, aber auch sehr armes Land. Uns hat es dort sehr gefallen. Und ich habe mir gesagt, diesen W50 habe ich mit bezahlt oder doch die MZ oder vielleicht den Lada 1600. Egal. Auf jeden Fall scheint was von unseren Spenden angekommen zu sein. Wenn das Land noch ein paar Jahre politische Ruhe hat, dürfte es ihm und den Nicas besser gehen als heute. Vielleicht ja so gut, wie heute der Bevölkerung in Costa Rica. Wir wollten uns nun die "Schweiz Mittelamerika s" ansehen.
Costa Rica top
Dieses Land sollten wir in sehr kurzer Zeit durchqueren. Einerseits hatten wir im Moment keine Lust auf Strände und Meer, andererseits waren die Nationalparks und Sehenswürdigkeiten sehr teuer. Der Ausdruck "Schweiz Mittelamerikas" bezieht sich scheinbar nicht nur auf die herrliche Landschaft, sondern auch auf die Preise. An der Grenze mussten wir wieder einmal eine Haftpflichtversicherung abschliessen. Diese gab es gleich zum Permiso dazu, eigentlich sehr lobenswert. Allerdings mussten wir uns wieder für 3 Monate versichern, obwohl unsere Twin nach 30 Tagen das Land verlassen musste. Ja, so kann man auch Geld verdienen. Wir machten uns auf den Weg zum Lago Arenal. Direkt an diesem See steht der Vulkan Arenal. Er ist einer der aktivsten der Welt. Uns wollte er allerdings nicht zeigen, was er so kann. Dies wäre bestimmt interrasant gewesen. Auf der Suche nach einem Zeltplatz, trafen wir Manfred Nr.2. Er kommt ursprünglich aus Bayern und hat uns spontan angeboten, auf seinem Grundstück zu Zelten. Wir blieben 2 Nächte dort. Im Ort Arenal erhielten wir dann noch eine Adresse einer Motorradwerkstatt in San Jose. Diese wird von Heimo, ein österreichischer Aussiedler, betrieben. Wir verliessen den See und fuhren nach San Jose. Hier blieben wir ebenfalls zwei Nächte und besuchten Heimo. Dieser konnte uns ein neue Kette besorgen und versuchte unseren Luftfilter wieder luftdurchlässig zu machen. Dies gelang ihm auch. Nach dem alles erledigt war, ging es Richtung Panama. Die Panamericana führte über einen schönen 3370Meter hohen Pass und folgte dann einem herrlichen Flusstal. Nach gerade 7 Tagen Costa Rica standen wir schon an der Grenze zu Panama und es folgte eine Zeit des Organisierens. Schliesslich ist Panama wie eine grosse Sackgasse für Panamericana - Reisende. Bis heute fehlen etwa 200km Strasse zwischen Panama und Kolumbien.
Panama top
Nach einer zügigen Grenzüberquerung, ging es auf dem schnellsten Wege nach Panama City. In Panama City angekommen, hiess es, sich im chaotischen Verkehr zu recht zufinden. Dies war gar nicht so einfach, da wir nur einen sehr einfachen Stadtplan in unserem Reiseführer hatten. Wir standen gerade wieder einmal suchend da, als zwei Polizisten auf ihren 125ccm Mopeds neben uns hielten. Erst wollten sie uns den Weg erklären, fanden es dann aber doch einfacher, uns zu eskortieren. Sie fuhren stolz vor uns her und keine 3 Minuten später waren wir dort, wo wir hinwollten. Nun standen wir vor dem Hotel Central, einstmals das grösste und luxuriöste Hotel in ganz Mittelamerika. Heute ist es leider sehr heruntergekommen, aber es versprüht noch eine Menge alten Charme. Es steht zwar mitten im alten Zentrum, aber heutzutage verlaufen sich kaum Touristen hierher. Eigentlich schade. Unsere Kleine konnte in der ehemaligen Palmenhalle parken, und wir genossen den Blick über die Plaza von unserem Balkon aus. Am nächsten Tag begann der stressige Teil unseres Aufenthaltes in Panama City. Wir mussten für uns und das Motorrad eine Transportmöglichkeit finden, wobei der Motorradtransport das grössere Problem war. Wir hatten uns entschieden, Kolumbien auszulassen, da uns dort die Reise zu unsicher erschien. Kolumbien taten wir bestimmt unrecht damit, aber es gibt halt ein paar Kolumbianer, die Kidnapping als Hobby haben. So wollten wir direkt nach Quito/ Ecuador reisen. Anfangs versuchten wir ein Schiff zu finden, welches die Twin und vielleicht auch uns mitnimmt. Dies war jedoch erfolglos. Unser Motorrad hätte in einen Kontainer gemusst, und dies kostet mindestens 900US$ nach Ecuador. Wir mussten so oder so fliegen, also sollte auch unsere Kleine ihren ersten Flug bekommen. Wir fuhren also zum Cargo-Airport und fragten überall herum, wer solch einen Motorradtransport macht und zu welchem Preis. Es gab jedoch nur zwei Möglichkeiten. Einmal mit GIRAG für 500US$ über Bogota oder mit INTERTRADE für etwa 570US$ über Miami?!. Wir vertrauten unser Motorrad GIRAG an, und es sollte alles bestens funktionieren. Wir buchten für uns zwei Tickets nach Quito zum Preis von 261US$ + 20US$ Flughafensteuer. Jedoch, bevor wir unsere Twin abgaben, fuhren wir zum Panamakanal und besichtigten die Miraflores Locks. Dies war wahnsinnig interrasant und beeindruckend. Die riesigen Tanker und Containerschiffe haben häufig nicht mehr als 30cm auf jeder Seite Platz bis zur Mauer. In den Schleusen werden diese Schiffe in 8 Minuten 8 Meter gehoben oder abgesenkt. Der Kanal ist schon ein Meisterwerk der Technik und läuft auch ohne Amis scheinbar reibungslos. Die Amerikaner haben 2000 den Kanal entgültig an Panama übergeben. An die USA-Zeit des Kanals erinnern heute nur noch die vielen Häuser und Kasernen, welche fast alle leer stehen. Nachdem unsere Twin bei der Spedition abgegeben war, wir kontrollierten die Reisevorbereitungen der Kleinen, besichtigten wir noch ein paar Internet-Cafes und schlenderten durch die Einkausstrassen der Neustadt. Wir gönnten uns auch mehrere Male das Abenteuer einer Taxifahrt. Mit soviel Kampf und Leidenschaft wird wahrscheinlich nur selten in der Welt gefahren. Hupen, Drängeln und Schuppsen; all dies beherrschen die Taxifahrer perfekt. Aber wir fanden auch ruhige Fahrer, und diese waren häufig schneller am Ziel, als ihre aggressiven Kollegen. Was lernen wir daraus, in der Ruhe liegt die Kraft. Am 7.12. starteten dann auch wir Richtung Quito, nach etwa einer Woche Panama City. Es war nicht nur ein Abschied von Panama, sondern von ganz Mittelamerika. In etwas mehr als einem Monat durchquerten wir die Landbrücke zwischen Nord- und Südamerika und fühlten uns wohl dort. Aber nun hatten wir genug von Dschungel und ständiger Hitze und freuten uns auf Ecuador und Südamerika.
Adios Central America!!!
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